Aktionstag Altersteilzeit: „Wir wollen ein Ergebnis!“

Knapp 16.000 Beschäftigte legen Arbeit nieder

(17.06.2008) (Hamburg/Bremen, den 17.06.2008) Knapp 16.000 Beschäftigte aus 58 Betrieben haben heute in Norddeutschland die Arbeit niedergelegt. Sie demonstrierten damit gegen die Blockadehaltung der Arbeitgeber gegen eine Anschlussregelung für die Altersteilzeit in der Metall- und Elektroindustrie.

Vor über 5.500 Metallerinnen und Metallern in Bremen kritisierte die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, scharf die Haltung der Arbeitgeberverbände: „Im Betrieb wollen Arbeitgeber auch zukünftig die Altersteilzeit nutzen, in den Verhandlungen blockieren ihre Verbände. Sie sollten diesen Widerspruch beenden und endlich zu konstruktiven Verhandlungen übergehen.“ Verstimmt reagierte die Gewerkschafterin auf interne Signale, dass auch NORDMETALL die Verhandlungen in Baden-Württemberg erschwere. “NORDMETALL wollte die Verhandlungen in Baden-Württemberg führen. Jetzt sollen sie diese nicht blockieren, sondern konstruktiv begleiten.“

Die Gewerkschafterin machte noch einmal die Notwendigkeit der Altersteilzeit deutlich. „Nur knapp die Hälfte aller Beschäftigten schaffen es überhaupt bis zum Renteneintrittsalter mit 65 Jahren. Wer glaubt, dies durch einen Beschluss verändern zu können, lebt an der Wirklichkeit vorbei. Wir brauchen auch zukünftig den flexiblen Renteneinstieg zu vertretbaren Bedingungen!“ Gleichzeitig machte sie die Erwartungen ihrer Gewerkschaft bis Ende Juni deutlich: „Wir brauchen ein Ergebnis!“

Übersicht ausgewählter Aktionen und Warnstreiks
(Stand 17.Juni 08/ 13.30Uhr)

In Bremen legten mehr als 5.500 Gewerkschafter der Daimler AG und anderer Betrieben die Arbeit nieder und kamen zu einer Kundgebung zusammen. Bei den Nordseewerken Emden und bei der Cassens Werft

beteiligten sich in Emden 1.360 Arbeitnehmer an den Aktionen der IG Metall. In Stralsund demonstrierten knapp 700 Werftarbeiter der Volkswerft für eine neue Altersteilzeit. In der Region Unterelbe beteiligten sich knapp 1.000 Beschäftigte an Protesten, u.a. bei einer Kundgebung in Itzehoe. In Flensburg legten über 1.000 Beschäftigte der Flensburger-Schiffbau-Gesellschaft, Danfoss und M.Jürgensen die Arbeit nieder. In Rostock nahmen über 700 Arbeitnehmer der Neptun Werft, Aker-Warnemünde Operations GmbH und Caterpillar an einer Protestkundgebung teil. Bei Dräger Medizin- und Sicherheitstechnik und LMG in Lübeck beteiligten sich knapp 400 Mitarbeiter, in Wismar bei Aker Yards 350. In Leer, Papenburg, Aurich und Werlte kamen über 1.100 Arbeitnehmer zu Aktionen zusammen. In der Region Rendsburg legten fast 500 Beschäftigte die Arbeit nieder. In Hamburg beteiligten sich mehrere hundert Beschäftigte an betrieblichen Aktionen, in Harburg bei Daimler kamen über 500 zu einer Kundgebung zusammen. Mehrer hundert Metallerinnen und Metaller der Region Oldenburg/Wilhelmshaven legten die Arbeit nieder und entsendeten Delegationen zur Übergabe von Protestunterschriften beim Arbeitgeberverband. Dabei wurden sie von Kollegen aus der Region Wesermarsch unterstützt, die heute in betrieblichen Aktionen vor dem Tor Unterschriften sammelten. 250 Metallerinnen und Metaller kamen in Kiel auf der Hörnbrücke symbolisch zusammen.

Ausblick
Am Nachmittag und am Abend sind weiter Aktionen und Warnstreiks im Bezirk Küste geplant. Morgen legen die Beschäftigten der Meyer-Werft in Papenburg morgens die Arbeit nieder.



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Heiko Messerschmidt
Pressesprecher
IG Metall Bezirksleitung Küste
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