Studie zur Holzindustrie in Ostdeutschland:

Löhne liegen weit unter Westniveau

(20.11.2008) Obwohl sich die Holzindustrie in Ostdeutschland in den vergangenen Jahren rasant entwickelt hat, liegen die Löhne und Gehälter nach wie vor deutlich unter dem westdeutschen Niveau.

Das ist das Ergebnis einer Studie im Auftrag der Otto-Brenner-Stiftung, die Walter Krippendorf vom Institut für Medienforschung und Urbanistik (IMU) am Rande eines Branchenseminars für Betriebsräte und Gewerk-schaftsvertreter in Wismar vorgestellt hat. „Auch bei den Löhnen und Gehältern muss sich endlich etwas tun“, sagte Wolgang Lorenz von der IG Metall Küste. „Es kann nicht sein, dass die Beschäftigten im Osten teilweise 20 Prozent weniger verdienen als ihre Kollegen im Westen.“

Zentrales Thema des Branchenseminars, zu dem der IG Metall Vorstand und der Verein Arbeit und Leben nach Wismar eingeladen hatten, war die betriebliche Mitbestimmung. „Da gibt es auch bei den Betrieben in der Hansestadt große Unterschiede“, so Gewerkschaftsvertreter Lorenz. „Während es beim Faserplattenhersteller Egger eine enge Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung gibt, hat das Sägewerk Klausner keine Arbeitnehmervertretung. Es konnte sich so auch niemand gegen die Kurzarbeit wehren. Sollte der Betrieb vollständig geschlossen werden, haben die Beschäftigten ohne Betriebsrat auch keine Möglichkeit einen Sozialplan durchzusetzen.“

Laut der Studie hat sich der Umsatz der Holzindustrie in Ostdeutschland seit dem Jahr 1995 von 1,1 auf 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2006 vervier-facht. Auch die Zahl der Beschäftigten ist in dem Zeitraum um ein Viertel auf 15.600 gestiegen. Die Löhne und Gehälter hinken allerdings weiter dem westdeutschen Niveau hinterher: Sie sind nur leicht gestiegen - von knapp 70 Prozent des Westniveaus im Jahre 1996 auf 78 Prozent im Jahr 2006. Arbeitnehmer in der ostdeutschen Holzindustrie verdienten vor zwei Jahren durchschnittlich rund 500 Euro im Monat weniger als ihre Kollegen im Westen.

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Heiko Messerschmidt
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