Peene-Werft Wolgast und Volkswerft Stralsund

Massiver Personalabbau verhindert

(10.02.2010) Die IG Metall Küste und die Betriebsräte der Peene-Werft Wolgast und der Volkswerft Stralsund haben in den Verhandlungen über ein Eckpunktepapier zur Restrukturierung der beiden Werften einen massiven Personalabbau verhindert.

„Statt auf Entlassungen setzt das Unternehmen jetzt verstärkt auf Kurzarbeit“, sagte der Verhandlungsführer der IG Metall Küste, Daniel Friedrich. „Das haben wir nur erreicht, weil die Beschäftigten in Wolgast und Stralsund in zahlreichen Aktionen für den Erhalt ihrer Jobs gekämpft haben.“

Nach dem Verhandlungsergebnis sollen zum 1. April auf den beiden Werften insgesamt 250 Stellen wegfallen. Davon abzuziehen sind alle Beschäftigten, die in diesem und nächstem Jahr in Altersteilzeit gehen. Wer sich für ein freiwilliges Ausscheiden entscheidet, soll in die Transfergesellschaft wechseln und erhält eine Abfindung, einen Zuschuss zum Transferkurzarbeitergeld zwischen 10 und 12,5 Prozent sowie Zuschüsse zu Qualifizierungen. Kapazitätsüberhänge darüber hinaus werden bis Ende des Jahres durch Kurzarbeit aufgefangen. „Bis dahin gibt es hoffentlich neue Aufträge und damit für die Beschäftigten wieder Arbeit“, erklärte Friedrich. Betriebs-bedingte Kündigungen sind nur möglich, wenn der freiwillige Personalabbau nicht gelingt und neue Aufträge ausbleiben. Bis zum 31. Dezember 2014 hat das Unternehmen darüber hinaus die Mindestzahl von 1.500 Arbeitnehmern für den Werftenverbund vertraglich zugesichert. Zudem wurde die Mitbestimmung im Unternehmen massiv ausgeweitet und eine verbindliche Zahl von Ausbildungsplätzen inklusive unbefristeter Übernahme vereinbart.

Die Beschäftigten verzichten in 2010, 2011 und 2012 auf Urlaubs- und Weihnachts-geld und erhalten dafür Einmalzahlungen von 400, 500 bzw. 800 Euro. Darüber hinaus werden die Tariferhöhungen bis Ende 2012 halbiert. Die leitenden Angestellten und die Geschäfts-führung leisten ebenfalls einen entsprechenden Beitrag. „Auch die Beraterfirmen und Finanzgeber müssen einen Beitrag leisten. Überzogene Honorare sind durch nichts zu rechtfertigen“, sagte IG Metall-Tarifsekretär Friedrich.

„Trotz der harten Einschnitte ist es uns gelungen, eine weitreichende Beschäfti-gungssicherung bis Ende 2014 zu erreichen“, erklärten die Betriebsratsvorsitzenden der Peene-Werft Wolgast, Carsten Frick, und der Volkswerft Stralsund, Jürgen Kräplin. „Das ist für die Region ein wichtiges Signal. Der Großteil der Arbeitsplätze und die beiden Standorte bleiben als eigenständige Werften erhalten“, sagte der Er-ste Bevollmächtigte der IG Metall Stralsund und Neubrandenburg, Guido Fröschke.

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Heiko Messerschmidt
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