Verhandlungen über Sozialplan abgeschlossen

Perspektive für Beschäftigte von ASL Lemwerder

(16.11.2010) IG Metall und Betriebsräte haben in den Ver-handlungen über die Schließung der ASL Lemwerder GmbH weitgehende Sicherheiten für die Beschäftigten durchgesetzt. Bereits im Mai hatte sich das Unternehmen verpflichtet, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. In den weiteren Verhandlungen wurden nun die Einzelheiten für einen Übergang zur Premium AEROTEC (PAG) GmbH in Varel und Nordenham sowie für ein freiwilliges Ausscheiden geregelt.

„Trotz der von uns immer kritisierten Schließung konnten wir für alle Kolleginnen und Kollegen eine langfristige Perspektive sichern“, sagte der EADS-Konzernbetriebsratsvorsitzende Rüdiger Lütjen heute auf einer Betriebsversammlung in Lemwerder.

Alle Beschäftigten, die zum 1. Januar nächsten Jahres zur PAG wechseln, sind bis Ende 2014 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten sie außerdem Zuschüsse für das Pendeln, die Einrichtung eines Zweitwohnsitzes oder einen Umzug. Das gilt auch für die 40 Beschäftigten aus der Verwaltung, die in EADS-Betriebe in Norddeutschland wechseln. Die Auszubildenden setzen ihre Ausbildung bei der PAG in Nordenham fort und werden nach erfolgreichem Abschluss unbefristet übernommen. Die bis zu 40 Beschäftigten, die zur SGL Rotec in Lemwerder gehen, sind ebenfalls bis Ende 2014 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Sie bekommen außerdem eine Abfindung, und die Höhe ihres Gehalts ist für fünf Jahre gesichert. Darüber hinaus gibt es eine Regelung für diejenigen, die frühzeitig in Rente gehen. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen – vor allem, weil es uns gelungen ist, bereits angedrohte Entlassungen zu verhindern“, sagte der Betriebsratsvorsitzende von ASL, Friedhelm Neumann.

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der PAG, Thomas Busch, stellte heraus, dass in den Verträgen auch genau festgelegt ist, an welche Standorte welche Arbeitspakete gehen: „Damit ist klar, dass in den nächsten Jahren ausreichend Arbeit für unsere neuen Kolleginnen und Kollegen da ist.“ Die Bezirksleiterin der IG Metall Küste, Jutta Blankau, lobte das Engagement der Belegschaft und der Betriebsräte: „Ohne die Protestaktionen und das Verhandlungsgeschick der Arbeitnehmervertreter wäre ein solches Ergebnis nicht möglich gewesen. In einem gemeinsam Kraftakt ist es IG Metall und Betriebsräten gelungen, soziale Standards durchzusetzen, die einem Großkonzern wie EADS entsprechen.“

:: Medien-Informationen 56 / 2010 (PDF | 16 KiB)



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Heiko Messerschmidt
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