Europäischer Metallgewerkschaftsbund (EMB):

Schiffbau in Europa

(06.07.2009) Arbeitnehmervertreter aus den europäischen Schiffbaunationen Frankreich, Italien, Deutschland, Finnland, Spanien, Niederlande, Dänemark, Norwegen und Großbritannien fordern eine gemeinsame Zukunftsstrategie für den Schiffbau in Europa.

„Die Auswirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise treffen immer mehr Werften und maritime Zulieferer in Europa. Insbesondere die daraus resultierenden Finanzierungsprobleme führen dazu, dass sich die strukturelle Krise im Schiffbau weiter verschärft“, heißt es in der „Berliner Erklärung“ des Sektorausschusses Schiffbau des Europäischen Metallgewerkschaftsbundes (EMB).

„Überkapazitäten in der Handelsschifffahrt, ausbleibende Aufträge für Werften und unzureichende Finanzierungsmöglichkeiten für bestehende und zukünftige Aufträge sind nur einige Symptome dieser Krise“, sagte Heino Bade von der IG Metall Küste, der zugleich Vorsitzender des Schiffbauausschusses des EMB ist. Viele Werften hätten bereits Personal abgebaut oder für die nächste Zeit Entlassungen angekündigt. Die Zahl der Insolvenzen in Europa nehme stetig zu, so Bade.

Die Gewerkschafter befürchten, dass sich die Wettbewerbsbedingungen angesichts milliardenschwerer staatlicher Subventionsprogramme für die Schiffbau- und Schifffahrtsindustrie in China und Südkorea weiter verzerren. Sie fordern deshalb eine gemeinsame Strategie, um Beschäftigung und die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des europäischen Schiffbaus zu erhalten. „Industrie und Politik müssen ihren Worten Taten folgen lassen! Wenn sich die Industrie tatsächlich als europäische Industrie mit gemeinsamen Interessen versteht, ist nun der Zeitpunkt gekommen, dies überzeugend zu beweisen“, so die Arbeitnehmervertreter in ihrer gemeinsamen Erklärung.

Gewerkschafter aus Frankreich, Italien, Deutschland, Finnland, Spanien, Niederlande, Dänemark, Norwegen und Großbritannien hatten sich Ende Juni in Berlin zu einer Konferenz getroffen. Die dort formulierte Erklärung wurde in den Ländern abgestimmt und ist jetzt an Politik und Verbände gegangen, u.a. an die Maritime Koordinatorin der Bundesregierung, Dagmar Wöhrl und den europäischen Schiffbauverband CESA.

:: Medien-Information (PDF | 20 KiB)

:: Berliner Erklärung (PDF | 79 KB)

:: Präsentation EMB / Agentur für Struktur- und Personalentwicklung (PDF | 314 KB)

:: Download (PDF | 1181 KB)



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Heiko Messerschmidt
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