Großkundgebung zur dritten Verhandlung in Bremen geplant

Starke Warnstreiks an der Küste: 11.500 Beschäftigte aus 70 Betrieben beteiligen sich

(12.01.2018) Die Warnstreiks im IG Metall Bezirk Küste haben einen weiteren Höhepunkt erreicht. Am Donnerstagabend und Freitag beteiligten sich 11.500 Beschäftigte aus mehr als 70 Betrieben. Seit Beginn der Woche legten insgesamt 24.000 Beschäftigte aus 140 Betrieben für bis zu zweieinhalb Stunden die Arbeit nieder. "Das war ein starker Auftakt. In der ersten Welle haben sich deutlich mehr Beschäftigte als in den letzten Tarifrunden beteiligt", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Zur dritten Verhandlung am nächsten Donnerstag in Bremen werden wir zu weiteren Warnstreiks aufrufen", kündigte der Gewerkschafter an. Zu zwei Demonstrationszügen und einer Kundgebung vor dem Verhandlungslokal erwartet die IG Metall in Bremen mehrere tausend Beschäftigte. "Wir werden den Arbeitgebern klar machen, dass sie sich jetzt endlich mit unseren Forderungen auseinandersetzen müssen. Mit der kurzen Vollzeit treten wir für ein neues Arbeitszeitmodell an, das für die Beschäftigten mehr Zeit zum Leben bieten soll", so der Bezirksleiter.

Foto: Bodo Marks

Hamburg
In Hamburg gab es am Freitag Warnstreiks u.a. bei Diehl, Still, Norderwerft, und thyssenkrupp Marine Systems. Am Donnerstagabend legten außerdem 700 Beschäftigte der Spät- und Nachtschicht des Mercedes-Werks zeitweise die Arbeit nieder. Seit Donnerstagabend beteiligten sich in der Hansestadt insgesamt 2.000 Beschäftigte aus zehn Betrieben an den Warnstreiks. Am Abend ist auch die Spätschicht von Still aufgerufen.

Schleswig-Holstein
In Schleswig-Holstein beteiligten sich 7.100 Beschäftigte aus mehr als 40 Betrieben am Freitag an Warnstreiks, zum Beispiel bei Danfoss in Neumünster, Jungheinrich in Norderstedt, Fette in Schwarzenbek, thyssenkrupp Marine Systems (1200 Teilnehmer), German Naval Yards, Raytheon Anschütz, Heidelberger, Vossloh und Rheinmetall in Kiel, Zahnradwerk Nord in Glinde, Steen in Elmshorn, Lürssen-Kröger-Werft, Nobiskrug, Flowserve Sihi in Itzehoe, Storebest, Nordischer Maschinenbau und alu druckguss in Lübeck sowie der Flensburger-Schiffbau-Gesellschaft (620 Teilnehmer). Am Abend (20 Uhr) ist eine weitere Kundgebung bei Stryker Trauma in Schönkirchen geplant. Abschluss der ersten Welle der Warnstreiks in Schleswig-Holstein ist morgen, Sonnabend, ab 4 Uhr bei GKN Driveline in Kiel.

Bezirk Küste  (Tarifrunde 2018)

Niedersachsen
Im nordwestlichen Niedersachsen folgten etwa 1.000 Beschäftigte aus zehn Betrieben dem Aufruf der IG Metall Küste. Warnstreiks gab es bei Airbus in Stade (Donnerstag-abend), thyssenkrupp Marine Systems und Emder Werft und Dock GmbH, Leoni Bordnetz-Systeme in Brake, Norddeutsche Seekabelwerke in Nordenham, Eaton in Nordenham, August Brötje und Brötje Heizung Kundendienst in Rastede sowie Desma in Achim. In der Nacht zu Freitag gab es außerdem einen Warnstreik bei Lum-berg Connect in Cloppenburg.

Bremen
In Bremerhaven beteiligten sich insgesamt 960 Beschäftigte an den Warnstreiks bei der Lloyd Werft, German Dry Docks, Senvion, Mützelfeldtwerft, J.H. Kramer und Powerblades.

Mecklenburg-Vorpommern
Bei Liebherr in Rostock waren 400 Beschäftigte im Warnstreik.

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld und einen Anspruch auf eine zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 28 Stunden, in bestimmten Fällen mit einem Entgeltausgleich. Weitere Themen der Tarifverhandlungen sind eine bezahlte Freistellung vor Prüfungen für Auszubildende und Dual-Studierende, Regelungen zum Personalausgleich und für Umkleidezeiten, die Angleichung der Schichtzuschläge und eine Verhandlungsverpflichtung für einen Prozess zur Angleichung der Tarifverträge im Osten.



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Heiko Messerschmidt
Pressesprecher
IG Metall Bezirksleitung Küste
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