Autohäuser der ehemaligen Kittner-Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern

Tarifkonflikt beigelegt

(19.06.2012) Für die rund 250 Beschäftigten der Autohäuser der ehemaligen Kittner-Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern (TRAVAG mit Betrieben in Wismar, Schwerin und Rostock, das Autohaus Hanseatic und Sportwagenzentrum Mecklenburg-Vorpommern in Rostock) ist es am 18. Juni 2012 zu einer Einigung gekommen.

Die Geschäftsführung der Autohäuser hat ein verbessertes Angebot mit folgenden Eckpunkten vorgelegt:

1. Die Löhne und Gehälter erhöhen sich ab dem 1. Mai 2012 um 4 Prozent. Die Lohngruppe für Facharbeiter wird ab dem 7. Jahr nach der Ausbildung von 101,5 Prozent des Facharbeiterecklohnes auf 102 Prozent erhöht.

Das Urlaubsgeld erhöht sich von 35 auf 40 Prozent und es erfolgt eine Einmalzahlung von 400 Euro.

2. Die Ausbildungsvergütung erhöht sich ab dem 1. Mai 2012 im

1. Ausbildungsjahr um 70 Euro, 2. Ausbildungsjahr um 60 Euro, 3. Ausbildungsjahr um 50 Euro und 4. Ausbildungsjahr um 45 Euro.

Das Urlaubsgeld für Auszubildende wird von 35 auf 45 Prozent und die Sonderzahlung von 35 auf 40 Prozent erhöht.

3. Die Verträge sind erstmals zum 30. April 2013 kündbar.

Die Tarifkommission der IG Metall empfiehlt die Annahme. Jetzt werden die Mitglieder darüber abstimmen. Die IG Metall geht von einer Zustimmung der Mitglieder aus. „Den geforderten Stufenplan zur Anerkennung der Kfz-Tarifverträge Mecklenburg-Vorpommern konnten wir zwar nicht vereinbaren, andererseits ist das Angebot so ausgefallen, dass wir es als tragfähigen Kompromiss akzeptieren können“, so Wolfgang Lorenz von der IG Metall Bezirk Küste. Nach fünf Verhandlungsrunden und zwei Warnstreiks scheint der Tarifkonflikt damit beigelegt zu sein.

Keine Steuergelder für Betriebe, die Tarifdumping betreiben

Belastet wurde die Tarifverhandlung durch den unfairen Wettbewerb im Kfz-Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern. Die meisten Kfz-Betriebe sind nicht tarifgebunden und bezahlen ihre Arbeitnehmer deutlich schlechter als die Tarifverträge es vorsehen. Unter diesem Lohndumping im Kfz-Handwerk haben die tariftreuen Arbeitgeber zu leiden.

Die Innungen des Kfz-Handwerks sind zu schwach und auch nicht willens, diese für die Branche und das Land schädliche Entwicklung zu stoppen. Die IG Metall fordert deshalb von der Landesregierung staatliche Aufträge nur noch an Betriebe zu vergeben, die tarifliche Mindeststandards einhalten. „Es kann doch nicht angehen, dass ausgerechnet die Betriebe staatliche Aufträge erhalten, die ihre Beschäftigten am schlechtesten bezahlen“, so Wolfgang Lorenz.

Mit dem Kauf von Fahrzeugen, ihrer Reparatur und Wartung für Polizei, Feuerwehr, Abfallentsorgung und Behörden gehört der Staat zu den großen Kunden des Kfz-Handwerks und kann mit seiner Marktmacht durchaus Einfluss nehmen.

:: Medien-Information 40 / 2012 (PDF | 29 KiB)



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Heiko Messerschmidt
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