Warnstreik im Hamburger Kfz-Handwerk

(13.03.2008) Für Freitag, den 14. März 2008, ruft die IG Metall die rund 10.000 Beschäftigten des Hamburger Kfz-Handwerks zu Warnstreiks auf. Mit den Warnstreiks will die IG Metall Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen bringen.

Bereits im vergangen Jahr hatten die Arbeitgeber den Manteltarifvertrag gekün-digt und die unbezahlte Ausweitung der Arbeitszeit von zur Zeit 36 Stunden auf 40 Stunden sowie zahlreiche Streichungen und Kürzungen von Ansprüchen der Beschäftigten gefordert. Die IG Metall fordert in dieser Tarifrunde eine Anhebung der Einkommen um 5 Prozent. Nach zwei Verhandlungen und mehreren kleinen Gesprächsrunden schien es am 7. März 2008 so, als sei man einer Einigung zum Greifen nahe, da man sich auf Eckpunkte zur Beilegung des derzeitigen Tarifkon-fliktes verständigt hatte. Dies beinhaltete eine moderate Entgelterhöhung und verträgliche Eingriffe in den Manteltarifvertrag. Als es zu Beginn der Woche um die Protokollierung der Punkte ging, nahmen die Arbeitgeber davon jedoch Ab-stand.

Friedhelm Ahrens, Verhandlungsführer der IG Metall Küste für das Kfz-Handwerk, sagte hierzu: „Wir wollen mit dem Warnstreik deutlich machen, dass die Beschäftigten des Hamburger Kfz-Handwerks sich gegen den brutalen Griff in ihre Taschen verwahren. Wir erwarten von den Arbeitgebern, dass sie für die nächste Tarifverhandlung am 26. März 2008 zu einer konstruktiven Zusammen-arbeit zurückkehren.“

Die IG Metall ruft zur Teilnahme an einem Autokorso am 14. März 2008 auf.

07:30 Uhr
Beginn vor der
Daimler AG Niederlas-sung Hamburg
Friedrich-Ebert-Damm 115

Ca. 8.00 Uhr
Auftaktkundgebung vor der Firma Tiedtke

Ca. 8:45 Uhr bis 9:15 Uhr
Zwischenkundgebung vor der
Firma Opel Dello, Nedderfeld

Ca. 10:00 Uhr bis 10:30 Uhr
Zwischenkundgebung vor der
Firma Raffay, Fruchtallee

Ca. 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Gemeinsame Abschluss-kundgebung vor
Krüll Motor-Company GmbH & Co. KG
Ruhrstraße 63, 22761 Hamburg

Ansprechpartner:
Friedhelm Ahrens, 0170-3333-638

Ein weiterer Autokorso startet am 14. März 2008 um 07:30 Uhr in Bergedorf in der Straße Lehfeld 6, vor der Firma Mercedes Mühle. Gegen 9:00 Uhr treffen beide Autokorsos in der Straße Nedderfeld zusammen. Die Abschluss-kundgebung findet vor dem Sitz der Firma Krüll Motor-Company statt, weil damit ge-gen das unseriöse Geschäftsgebaren der Firma protestiert werden soll. Die Firma hatte zum 31. Dezember 2005 die Mitgliedschaft in der Hamburger Kfz-Innung und damit auch die Tarifbindung beendet. Den Mitarbeitern wurde damals versi-chert, dass sich für sie nichts ändern würde. Diese Zusage gilt jetzt nicht mehr. Jetzt fordert der Arbeitgeber: höchstens 25 Tage Urlaub; kein 13. ME (Weihnachts-geld); kein Urlaubsgeld; mindestens 10 Prozent Lohn- und Gehaltskürzung; Arbeits-zeitverlängerung ohne Lohnausgleich von 36 Std. auf 42,5 Std. Das bedeutet für ei-nen Mechaniker ein Entgeltverzicht von rund 30 Prozent oder 11.000,00 Euro im Jahr.

Die IG Metall protestiert gegen dieses Geschäftsgebaren und erwartet von den Herstellern und Importeuren, deren Fahrzeuge die Firma Krüll verkauft (u.a. Ford, Volvo, Landrover, Opel, Renault, Fiat, Citroen, Jaguar, Honda, Nissan), dass sie mäßigend auf Inhaber und Geschäftsführung der Firma Krüll einwirken.

Friedhelm Ahrens: „Wir werden nicht zulassen, dass ein Autohaus, das seine Mitarbeiter besonders schlecht behandelt, damit durchkommt. Die Arbeitnehmer der Firma Krüll werden sich dagegen mit Hilfe der IG Metall zur Wehr setzen. Mit Tarifflucht und Lohndumping lassen sich weder die Probleme einzelner Autohändler noch die des Kfz-Handwerkes lösen“.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Friedhelm Ahrens, Tel.: 0170/3333638




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Heiko Messerschmidt
Pressesprecher
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