Beschäftigte kämpfen für faire Bezahlung

Warnstreiks in Autohäusern in MV

(26.05.2011) Die IG Metall Küste hat die 250 Beschäftigten von sechs Autohäusern in Mecklenburg-Vorpommern für morgen, Freitag, zu einem mehrstündigen Warnstreik aufgerufen.

Betroffen sind die Travag-Betriebe in Wismar und Schwerin, das VW-Zentrum Lütten-Klein, das Autohaus Rostock, das Audi-Zentrum Rostock sowie das Porsche-Zentrum Rostock, die alle zu der ehemaligen Kittner-Gruppe mit Sitz in Lübeck gehörten.

„Mit dem Warnstreik wollen wir Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen bringen, die heute fortgesetzt werden“, sagte Verhandlungsführer Wolfgang Lorenz von der IG Metall Küste. Seit Dezember sind die Tarifver-träge gekündigt. Die Gewerkschaft fordert eine Angleichung der Löhne an die Branchentarifverträge für das Kfz-Gewerbe in Mecklenburg-Vorpommern. Zwei Tarifverhandlungen haben bereits stattgefunden. Von den Arbeitgebern gab es bislang kein Angebot.

„Die Kolleginnen und Kollegen wollen für gute Arbeit fair bezahlt werden. Sie haben kein Verständnis dafür, dass ihre Löhne und Gehälter rund zehn Prozent unter den Vorgaben des Branchentarifvertrages liegen. Im Vergleich zu den Beschäftigten in Schleswig-Holstein verdienen sie sogar teilweise mehr als 30 Prozent weniger“, erklärte Lorenz.

Die Unternehmen der ehemaligen Kittner-Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein waren Ende 2009 in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Um eine Insolvenz abzuwenden, hatten die Beschäftigten auf Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Lohnerhöhungen in einer Gesamtsumme von etwa 3,4 Millionen Euro verzichtet. „Nun scheint die Sanierung im Wesentlichen gelungen. Deshalb sind die Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern empört, dass ihnen eine Angleichung an die Kfz-Tarifverträge in Mecklenburg-Vorpommern verweigert wird, während in Schleswig-Holstein die Kfz-Tarifverträge Anwendung finden“, so IG Metall-Vertreter Lorenz.

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Heiko Messerschmidt
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